wer bin ich ? ich heiße Dieter

Sonntag, 18. März 2012

Wochenrückblick #11

Rüdiger Hoffmann
Letzten Freitag haben wir Rüdger Hoffmann Live im Forum in Leverkusen gesehen. Ich kenne keinen anderen Komiker, der schon alleine mit seinem Tempo, wie er spricht, Humor erzeugt. Es waren genau diese langsamen Passagen, die mich fasziniert haben: wie es ganz langsam, Wort für Wort, aus ihm heraus rutscht, wie er Pausen dazwischen macht, wie man anfängt sich selbst diese Situationen im Kopf auszudenken, und schrittweise lacht man bei jedem einzelnen Wort. Es gab auch Passagen, die waren in einem flüssigen Stil erzählt – ich finde ihn einfach phantastisch. Zu seiner Art gehört auch Paderborn dazu – dieser ostwestfälische sprachliche Einschlag, was mit der Nüchternheit und Trockenheit die Komik noch stärker hervorhebt. Ein klasse Abend !


Projektwoche
Unser kleines Mädchen hat in der Schule die Projektwoche unter dem Motto „Fit wie ein Turnschuh“ mitgemacht. Es wurde jede Menge Sport getrieben und gewandert. Dabei ging es unter der Überschrift „Treibstoff für deinen Körper“ auch um die richtige Ernährung. Speziell das Thema Ernährung kommt uns mittlerweile an den Ohren raus, weil dieses Thema überall breit getreten wird. Bereits im Kindergarten war in Projektwochen die richtige Ernährung mehrfach thematisiert worden. Danach fragte unser kleines Mädchen immer wieder, ob sie überhaupt noch Schokolade, Gummibärchen usw. essen durfte. Offensichtlich gibt es gravierende Missstände in anderen Familien, weil dort nur Junk Food und Süßes gegessen wird. In dieses Bild passte auch, dass in unserer Tageszeitung auf zwei Sonderseiten über Ernährung berichtet wurde. Jedenfalls isst unser kleines Mädchen gerne Salat und Gemüse und wir achten auch darauf, dass unsere Ernährung ausgewogen ist. Wenn sie mal Gummibärchen oder Schokolade essen möchte, soll sie dies gerne tun. Irgendwann fühlen wir uns auch bevormundet, wenn alle darauf herumreiten, was wir essen sollen.

Richard David Precht
Ich habe „Wer bin ich“ von Richard David Precht gelesen. Wie der Untertiel „eine philosophische Reise“ verrät, befasst sich das Buch mit philosophischen Themen wie Freiheit, Wahrheit, Gut und Böse, Gerechtigkeit, Liebe, dem Gottesbeweis usw. Seit jeher haben mich philsophische Themen fasziniert, weil sie jeden Menschen berühren und weil sie ins tiefste Innere hineingehen. Das Problem ist allerdings, dass sich die Philosophen schwer erschließen lassen, weil sie aufgrund ihrer Sprache kaum verstehbar sind. Manche Philosophen – wie etwa Kant – sind nur über ihr Gesamtwerk zu verstehen – und das sind bei Kant 12 Bände. Precht gelingt es, das Gesamtwerk auf einige Kernaussagen zu konzentrieren und dies so erzählen, dass man dies auch ohne tiefere Vorkenntnisse verstehen kann. So schildert er beispielsweise Kant als kleinen Jungen in Königsberg, wie er später Professor an der Universwität gewesen ist und wie pedantisch er seinen Alltag gestaltet hat, um sein Gesamtwerk schreiben zu können. Dieses ganze logische Gedankengebäude der Kritik der Urteilskraft / Kritik der praktischen Vernunft lässt Precht weg und gibt in 2-3 Abschnitten die Kernaussagen wieder. Eventuell werde ich selber herum experimentieren und versuchen, in einer ähnlichen Form wie Precht philosophische Themen zu erzählen. Ich muss aber noch schauen, was den Leser interessieren könnte.

Im Garten
Bei dem Super-Frühlingswetter, welches wir zuletzt gehabt hatten, treibt es mich normalerweise in den Garten. Unter der Woche komme ich allerdings abends zu spät nach Hause, so dass es sich nicht lohnt, mich im Garten zu betätigen. Samstags bin ich mit unserem kleinen Mädchen etwa 2 ½ Stunden zum Schwimmkurs unterwegs, so dass die freien Zeitfenster relativ knapp sind. Auf einer Fläche von etwa 100 qm haben wir einen Nutzgarten, wo wir es genießen, unser eigenes Gemüse anzupflanzen. Noch im letzten Herbst hatte ich ein Stück umgegraben. So weit wie auf dem Foto habe ich es am Samstag Morgen geschafft. Samstag Nachmittag haben wir es noch hinbekommen, die ersten beiden Reihen Kopfsalat zu pflanzen.




Radtour
Am 3. oder 10. Juni habe ich mit insgesamt vier Freunden eine Radtour von Düsseldorf nach Venlo geplant.

Treffpunkt:                                         10 Uhr
Streckenlänge:                                 60-80 km
Rückfahrt:                                          durchgehende Bahnverbindung von Venlo nach Düsseldorf
Rückkehr in Düsseldorf:                  ca. 19 Uhr
Durchschnittsgeschwindigkeit:      12-15 km/h

Sollte jemand von euch Bloggern Interesse haben teilzunehmen, seid ihr herzlich eingeladen ! Rückmeldungen entweder in meinem Blog oder an meine e-Mail-Adresse: Dieter.Wimmers@web.de. Die Radtour führt durch flaches Gelände und hat bei weitem nicht das Ambitionsniveau meiner Rennradtouren. Es wäre schon wünschenswert, dass ihr etwas Übung beim Fahrradfahren habt. Das Tempo sollte nicht extrem langsam sein und ihr solltet die Strecke auch schaffen können. Wenn zum Schluss jemandem die Puste ausgehen sollte, könnten wir auch ein oder zwei Bahnstationen vorher zurückfahren (Kaldenkirchen bzw. Breyell).

Song der Woche
Ich hatte mich diese Woche an den Kinofilm „Willkommen bei den Schtiis“ zurückerinnert. In dem Film geht es um einen Postangestellten, der aus Südfrankreich in das nördlichste Departement versetzt wird. In den Vorstellungen des Postangestellten schwebte ihm der  Norden Frankreichs wie eine Horror-Vorstellung vor: nur Regen, Kälte, Nässe, quasi wie am Nordpol. Als er mit seinem Auto auf der Autobahn Richtung Nordfrankreich fuhr, lief in seinem Autoradio ein Chanson von Jacques Brel: „Le plat pays“. Jacques Brel ist Belgier und eine der bekanntesten Sänger von Chansons in Frankreich. Er starb 1978. In „Le plat pays“ beschreibt er flache Landschaft Flanderns.




Deutsche Übersetzung:

Mit der Nordsee als letzte unberührte Gegend
Und Wellen aus Sandbänken, die die Wogen aufhalten
Und schroffes Gestein, von der Flut überspült
Die, die für immer im Herzen Ebbe haben
bei unendlich viel aufkommendem Nebel
Bei Ostwind hört ihr, wie es standhält
Das flache Land, das meins ist

Mit Kathedralen als einzige Gebirge

Und schwarzen Glockentürmen als Klettermasten
Wo sich Teufel aus Stein die Wolken angeln
mit dem Lauf der Tage als einzige Reise
und verregneten Wegen als einzigen Abendgruß
Bei Westwind hört ihr seinen Willen
Das flache Land, das meins ist

Mit einem Himmel so tief, das ein Kanal sich verirrt

Mit einem Himmel so tief, der demütig macht
mit einem Himmel so grau, dass ein Kanal sich dran aufhängt
Mit einem Himmel so grau das man ihm verzeiht
Mit dem Nordwind der sich vierteilt
Mit dem Nordwind hört es krachen
Das flache Land, das meins ist

Mit Italien, das den Escaut herunterkommt*

Mit der blonden Frida**, wenn sie zu Margot wird
Wenn die Saat des Novembers im Mai gedeiht,
Wenn die Ebene im Dunst liegt und unter dem Juli flimmert

Wenn der Wind lacht ,wenn der Wind im Getreide ist
wenn der Wind im Süden ist, hört es singen
Das flache Land, das meins ist

* mit Italien ist hier die Sonne gemeint; Escaut = Fluss,

** Frida ist ein üblicher Vorname in Flandern. Wenn die Sonne scheint wird aus Frida ein Mädchen aus dem Süden, also eine Margot. Margot ist ein üblicher Name in Südfrankreich

Kommentare:

  1. Wieder ein schöner Wochenrückblick.

    Rüdger Hoffmann hatte ich irgendwann mal im TV gesehen ... jetzt ist mir durch dein Filmchen wieder eingefallen dass ich ihn damals gut fand 

    Jacques Brel ... immer wieder beeindruckend.

    ich wünsche dir Morgen einen guten Start in die neue Woche - Gruß vom Specht

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  2. Hallo Dieter!
    Das Buch habe ich hier auch liegen...schon länger.
    Habe es allerdings noch nicht gelesen.
    Nach den erst Seiten merkte ich, dass das ein Buch ist,
    welches man nicht kurz zwischendurch
    zwischen Familie,Haushalt und Arbeit ließt.
    Etwas mehr Ruhe bräuchte ich für dieses Werk auf jeden Fall.

    Herzlichst,
    Line

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  3. Hej Dieter,

    den Precht hab ich auch schon gelesen. Bisher habe ich tatsächlich immer wieder mal darin nachgeschlagen, wenn mich ein Thema, z.B. über Emphatie, gerade besonders berührt.
    Thema Fahrrad:
    Vll habt ihr tatsächlich Lust mal auf Gotland oder entlang des Götakanals zu radeln. Wär das nicht was?
    :-)

    Gruß Beate

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  4. Der einzige wirklich stichhaltige Beweis Gottes (künstlicher Archetyp Jahwe = Investor) ist die Unfähigkeit seiner Untertanen, die Natürliche Wirtschaftsordnung zu verstehen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.de/2011/03/opium-des-volkes.html

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