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Sonntag, 12. August 2012

Wochenrückblick #32


Edgar Allan Poe

In meinem Blog vom 27. März hatte ich beschrieben, dass Edgar Allan Poe einer derjenigen Autoren ist, den ich mit Genuss gelesen habe, nachdem meine Lehrer es während meiner Schulzeit im Deutschunterricht nicht geschafft haben, mein Interesse an Literatur zu erwecken. In dieser Woche habe ich es geschafft, nochmals Edgar Allan Poe zu lesen, und zwar drei Erzählungen, die unter dem Buchtitel „Detektivgeschichten“ zusammengefasst sind. Zwei davon sind Kriminalromane nach heutigem Verständnis, die mir nicht wirklich gefallen haben. Verglichen mit zeitgenössischen Kriminalautoren – wie etwa Jacques Berndorf oder Henning Mankell – liegen Welten dazwischen, nicht nur weil die Handlung vor mehr als 150 Jahren spielt. Zu sehr durchdringt mich Poe mit Mathematik, Wahrscheinlichkeitstheorie, Physik, Logik, Schlussfolgerungen, Deduktion, Beweisführung, heute würde man sagen: kriminaltechnische Ermittlungsarbeit und Tätersuche. Ständig in einem logischen Denkgerüst gefangen zu sein, hat meine Freude am Lesen gedämpft. Es kam keine Spannung auf, obschon die erste Kriminalgeschichte (Doppelmord in der rue morgue) eigentlich erstaunliches zu bieten hatte: ein Orang-Utan hatte gleich zwei Morde begangen. Die dritte Geschichte „Der Goldkäfer“ konnte mich danach entschädigen. Die hatte nichts mehr mit Mord zu tun, sondern war in die Kategorie „Mystery and Imaginiation“ einzuordnen – so wie ich es in Anlehnung an Alan Parsons Project in meinem Blog vom 27. März genannt hatte. Der Goldkäfer – ein Scarabäus - hatte einen Panzer, der wie Gold schillerte. Sein Besitzer machte einen verwirrten bis wahnsinnigen Eindruck und brach mit einem Freund und einem freigelassenen Sklaven spontan zu einer Schatzsuche auf. Dabei führte er einen Goldkäfer in einem großen Kasten vor sich her und benutzte ihn als Wünschelrute, um einen vergrabenen Schatz zu finden. Tatsächlich fanden sie einen Schatz:
„ Im nächsten Augenblick lag ein Schatz von schier unschätzbarem werte gleißend vor uns. Als die strahlen der Laternen in das Loch fielen, blitzte von einem wirren Gehäuf aus Gold und aus Juwelen ein Glitzern zu uns herauf, das unsere Augen förmlich blendete.“
Das war die Kategorie „Mystery and Imagination“, die ich beispielweise aus den Erzähungen „Der Untergang des Hauses Usher“,  „Ein Fass Amontillado“ oder „Der Rabe“ kennen gelernt hatte. Das war auch ein Stück aus „Die Schatzinsel“, die ich von Stevenson gelesen hatte. Diese Erzählung hatte mich fasziniert. Weitere Erzählungen von E.A. Poe werden sicherlich irgendwann wieder auf meiner Leseliste stehen.

Müde
Nachdem mir in der vorletzten Woche die Bohnenernte aus den Ohren heraus gekommen ist, hatte ich in dieser Woche Probleme, mit meinem Arbeitsrhythmus klar zu kommen. Es machte sich Erschöpfung breit. 5 Uhr aufstehen, abends total aufgedreht, die restliche Familie in Ferienstimmung, kaum vor 24 Uhr ins Bett. Insbesondere nachmittags knickte meine Konzentration ein, ich hätte so ins Bett fallen können. Ich hatte im Büro Schwierigkeiten, Thema für Thema abzuarbeiten. Abends, zu unsäglichen Zeiten, mobilisierte ich wieder Reserven und war aufgedreht und hellwach. Auch diese Fülle an Gedanken, Ideen und Kreativität, war wie weggeblasen. Insbesondere auf dem Fahrrad, auf dem Weg vom und ins Büro, kam mir alles monoton vor. Nichts veränderte sich, jeden Tag dieselbe Strecke, selbst bei Variationen der Strecke sah ich nichts Neues. Ich bekam kaum Anstöße für Ideen. Ich hatte sogar einen stechenden Schmerz in der Hüfte, so dass ich mich zum Teil kaum bücken konnte.

Mit dem Rennrad unterwegs
Seitdem mein Urlaub begonnen hatte, hatte ich mein Rennrad nicht mehr angerührt. In dieser Woche war es dann das erste Mal soweit. Dienstag eine kleine Runde übers Siebengebirge (40 km), Donnerstag eine lange Runde bis Ahrweiler (70 km). Dabei hatte sich sogar das seltene Gefühl eingestellt, dass ich einen inneren Schweinehund überwinden musste, dass ich keine so richtige Lust hatte, obschon das sonnige Wetter dazu einlud. Die lange Runde bis Ahrweiler: ja, es kam schnell Begeisterung auf, im Drachenfelser Ländchen der Blick auf das Siebengebirge. 



Auf dem Höhenzug hinter Werthhoven der gigantische Blick ins Ahrtal bis weit in die Eifel hinein. Dann die super-tolle Abfahrt bis ins Ahrtal hinein. Ahrweiler, zwei Weizenbier am Marktplatz trinken, die Sonne lachte vom Himmel. Dann Ahrtal bis Dernau. Bei der schwierigen und langen Steigung aus dem Ahrtal heraus tankte ich Kondition, das klappte so wie immer, die Ermüdung fehl am Platze. Dabei wieder dieser wunderschöne Blick aus dem Ahrtal heraus, bevor die Straße in Richtung Grafschaft abknickte, wobei ich das Ahrtal mit der Fülle seiner Weinberge von oben aus bestaunen konnte. 



Dann, in Grafschaft, zwischen Vettelhoven und Gelsdorf, kam die Herausforderung: ein strammer Gegenwind blies mir ins Gesicht. Und das schlimme war: bis nach Hause kamen nur noch Felder, kein Wald, bis auf die Wellen des Kottenforstes flach wie ein Brett. Sonst versuchte ich so etwas bei meinem Touren zu vermeiden, indem ich die Strecke so wählte, dass ich auf der Hinfahrt Gegenwind hatte und auf der Rückfahrt Rückenwind. Der Wind blies nun aus Nordwest. Da ich mir den Gegenwind für die restliche Strecke nicht antun wollte, habe ich eine andere Streckenvariante gewählt. Ich habe gedreht, bin Richtung Godesberg gefahren. Es folgten zwei längere Anstiege, bis ich eine lange Abfahrt hinab ins Rheintal genießen konnte. Den Rhein entlang, pustete mir der Gegenwind wieder mit der bleiernen Schwere entgegen. Zu Hause war ich platt. So etwas habe ich bei dieser Strecke, die eigentlich zu meinem Grund-Repertoire gehört, lange nicht mehr erlebt. Immerhin: der stechende Schmerz in der Hüfte war danach wie verfolgen.

Olympische Spiele in London
Nachdem ich in der vorletzten Woche nicht ferngesehen habe, ist in dieser Woche der Fernseher in üblichem Umfang – also ein Stück weniger wie Dauerberieselung – gelaufen. Also haben wir zeitweise auch die Olympischen Spiele gesehen. Mit Interesse habe ich Tischtennis oder auch das Mountainbike-Rennen der Frauen über 30 km gesehen. Tischtennis, das waren pfeilschnelle Ballwechsel, ein irres Reaktionsvermögen, wahnsinnige Schlagvariationen, Spinns, Drills, Schmetterbälle, es war mitreißend, wie die Ballwechsel hin- und hergingen. Das Mountainbike-Rennen, das ging über Steine und Felsen, eine enorme Geschicklichkeit und ein enormes Stehvermögen wurde abverlangt, dazu Tempowechsel, wenn egradeaus beschleunigt werden musste, dann drehen, wenden, stoppen, wieder beschleunigen. Dazu fand ich die Landschaft mit Felsen und der Fahrstrecke, die eher Trampelpfaden folgte, wie ein Landschaftspark dekoriert. Die restlichen Wettkämpfe ? Es gibt Schulfächer, die haben für den Rest des Lebens einen nachhaltigen negativen Eindruck hinterlassen. Dazu gehört Sport – namentlich Leichtathletik. Kugelstoßen. Ehrlich gesagt: bis heute finde ich, dass dies eine Sportart für Doofe ist. Einen irre schweren Gegenstand, mit dem man nichts zu tun haben will, möglichst weit wegwerfen. Das erinnert mich zum Beispiel daran, wenn ich in unserem Garten eine dicke, fette Schnecke entdecke, die soeben unseren Salat zerfressen hat. In einem Wutanfall schmeiße ich sie in den Himmel so weit weg, dass niemehr Schnecken in unserem Garten auftauchen mögen. Klar, zum Kugelstoßen gehört viel Athletik, Bewegung, Anspannung, Kraft und Konzentration. Aber die Bewegung verfliegt in Sekunden – und danach ist alles vorbei. Weitsprung, Hochsprung, Stabhochsprung, Hammerwerfen, Diskuswerfen, Hundertmeterlauf, die Bilder der Athletik flammen kurz auf und verschwinden danach in der Vergänglichkeit. Schwimmen oder Turnen – seit meiner Schulzeit verbindet mich nichts mit diesen Sportarten. Als schöne Athletik und Ausdauer und Übung und Disziplin verflüchtigen sie sich, für mich sind sie nichts als eine Eintagsfliege. Sport hat mir in meinem Leben immer sehr viel bedeutet. Und ohne Sport wäre ich nicht dorthin gekommen, wo ich mich heute befinde. Aber ohne Höchstleistungen. Ich habe mich eher gefühlt wie der Nigerianer beim Olympischen Ruderwettkampf. Ruderer sind im Niger Exoten. Bei den Vorausscheidungen kam er – meilenweit abgeschlagen – als letzter ins Ziel. Aber er jubelte. Er genoß den Beifall der Zuschauer und er genoß es, dabei gewesen zu sein. Er dürfte sich wahrscheinlich so gefreut haben wie so mancher andere Athlet über eine Goldmedaille.

Bildbearbeitungsprogramm
Manchem Blog-Leser ist es vielleicht aufgefallen, dass ich mittlerweile Collagen in meine Bebilderung eingebaut habe. Collagen waren mir bereits längere Zeit in anderen Blogs aufgefallen. Die Abfolge von Bildern konnte dadurch noch strukturierter, feingliedriger, schöner, übersichtlicher, wirksamer gestaltet werden. Ich verwende Picasa von Google. Solche Collagen eröffnen mir nun auch ungeahnte Möglichkeiten der bildlichen Darstellung. Ich bin aber auch auf Blogs gestoßen, deren bildliche Darstellung noch weiter geht, wie z.B.  5 Bilder in einer Collage, wobei ein Bild genau in der Mitte steht. Oder z.B. dass Gesichter oder KFZ-Kennzeichen inkenntlich gemacht werden können. Oder z.B. dass das „C“-Zeichen für Copyright mit Blogbezeichnung hinterlegt werden kann. Es wäre schön, wenn Ihr mir mitteilen könntet, welche Bildbearbeitungsprogramme Ihr verwendet, ob diese kostenlos sind bzw. wie teuer diese Programme sind, sowie welche weiteren Gestaltungsmöglichkeiten diese Programme außer Collagen bieten.

Gestaltung des Wochenrückblicks
Praktisch jede Woche stelle ich mir die Frage, ob ich Themen für den Wochenrückblick habe, welche Themen dies sind und ob diese Themen auch Leser interessieren. Weil ich letztlich Themen finde, komme ich Woche für Woche zu der Erkenntnis, dass ein solcher Wochenrückblick Sinn macht und dass ich ihn nicht einstampfen sollte. Dabei habe ich den Wochenrückblick als eine Rubrik „Sonstiges“ definiert, die nicht in die längere Form meiner übrigen Blogs hinein passt. Um Themen für meine Blogs zu finden, sammle ich alle meine Ideen für potenzielle Blogs und schreibe sie auf. 



Diese Ideen entstammen eigenen Beobachtungen, was ich erlebt habe oder was ich andere habe erzählen hören. Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Radiosendungen – der Fundus ist eigentlich unendlich groß, ich muss es lediglich danach filtern, ob es erzählbar ist und ob ich Botschaften formulieren kann, die beim Leser ankommen könnten. Im Wochenrückblick landen im Endeffekt diejenigen Themen, die kürzer formuliert werden können. Wie in den übrigen Blogs – stellt der Wochenrückblick auch eine Dokumentation für mich selber dar, was geschehen ist, um es festzuhalten und nicht an das Vergessen-Werden zu übergeben. 

Kommentare:

  1. ich lese deinen Wochenrückblick immer sehr gerne. Deine Art zu schreiben mag ich - es gibt Höhen und Tiefen - es gibt das Leben. Und dann finde ich immer wieder Anregungen zum Nachdenken - zum Nachlesen - zum Suchen - zum Hören - zum Schauen.
    Einfach mal ein Dankeschön für deine Mühe :-)
    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  2. Hallo Dieter
    Deinen Wochenrückblick hast Du wieder einmal sehr schön beschrieben. Gestern lies sich wohl die Seite nicht aufrufen.
    Edgar Ellen Poe, Literatur für sich, ein bisschen umgeben vom Dunkelheit und Mystik.

    Respekt Du hast Deinen innereren Schweinehund gut überwunden undetliche Kilometer geschafft.

    Ich arbeite mit Photo Impact, doch Corol hat dieses Programm aufgekauft. Versuch mal über Ebay oder Amazon noch eins zu kriegen, vielseitig, einfach in der Handhabung und preiswert.

    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und sende Dir liebe Grüße
    Angelika

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  3. Guten Abend, Dieter
    Ich mag am aller-allerliebsten den Kindermund deiner Kleinen. Aber auch insg mag ich deinen Wochenrückblick, auch wenn deine Themen häufig nicht besonders persönlich sind oder persönlich, aber ziemlich ruhig, wie z.B. Radtour oder müde. Ungefähr das Gegenteil von dir sehe ich in tattoomodel-rose.blogspot, nicht nur persönlich sondern sogar fast nackt bloggt. haha Mal ein paar Stichpunkte, damit du vgl kannst: z.T. mehrmals täglich, viele Fotos von sich, Freund, Haustieren, viel Beauty, Ausflüge, Gedanken, Brennpunktthemen, meistens kurz, gute Bildbearbeiterin und html-Tipps. So untersch ihr beiden auch seid, lese ich eure beiden Blogs gerne und du hast mir in deinem Urlaub genauso gefehlt wie sie in ihrer Blogpause.
    Den Wochenrückblick oder überhaupt derartige Rückblicke kann man in ganz untersch. Formen im Blog präsentiert finden. Da gibt es z.B. dieses "immer wieder Sonntags" - eine Art Formular oder Stichpunkt-Liste, die man ab"arbeiten" kann, lässt sich natürlich auch auf jd anderen Tag oder für die ganze Woche ausfüllen. Dann haben einige Bloggerinnen etwas wie weekly, was die einen fotografisch, die anderen textuell oder gemischt angehen, wieder andere nutzen um den Höhepunkt der Woche herauszukristallisieren. Foto der Woche auch so etwas. Projekt 365 - ein Fotoprojekt bei dem DAS Tagesbild gezeigt wird, so eine Art Höhepunkt des Tages oder fotografischer angegangen das beste Foto des Tages. Also da gibt es eine Menge, was du ausprobieren und für dich entdecken kannst.
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    Für die Bildbearbeitung nutze ich hauptsächlich Photoshop Elements. Das kostet nur ca. 100,-€ und vlt findest du eine ältere Vs noch etw billiger. Es ist viel schlechter als das vollständige Photoshop, aber wenn du nicht an die Profi-Vs gewöhnt bist, kein Prob. Ansonsten kannst du bei mir unter jeden Post (=Beitrag) die Labels ansehen und siehst dort auch die Bildebarbeitungsprogramme aufgeführt. Anders herangegangen. Wenn du in meiner linken Navigationsspalte auf Bildbearbeitung oder auf Montagen gehst, findest du sie alle untereinander und kannst dir dann bei jedem Post in den Labels ansehen, welche Progs es waren. Das picnic gibt es nicht mehr, der Nachfolger heisst picmonkey.
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    Danke für deinen Kommentar. Als ich das Motiv vor Augen hatte, musste es in den Kasten! Da hatte einfach alles gepasst.
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    Einige Kommentatorinnen haben Probs mit dem cmt-Eingabefeld, andere dagegen gar nicht. Deshalb findest du jetzt unter jd. neuen Posts extra eingefügte Buttons, mit denen du ins Gästebuch oder Kontaktformular gelangst. So kannst du immer kommentieren, auch wenn Blogger spinnt. *zwinker*
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    Einen guten Abend wünsche ich dir.
    Viele Grüße
    Wieczorama (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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