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Mittwoch, 18. April 2012

The Doors - das erste Album

Es war meine allererste Begegnung mit Frankreich. Das war 1977, auf der Abschlussfahrt unserer Abiturklasse in die Bretagne. Nachdem unser Reisebus die Autobahn, die nach Paris führte, verlassen hatte, rumpelten wir über Nationalstraßen hinweg. Schwerelos und glücklich, über Grenzen hinweg von den Eltern getrennt, schwebten wir in dem Reisebus – das war eine Errungenschaft unserer neuen jugendlichen Freiheit. In dem Reisebus plärrte aus einem Lautsprecher Musik – die manchen Mitschüler in einen Zustand der Ekstase versetzte. Der Geist der 68er-Bewegung hallte nach – dabei begleiteten Jimi Hendrix, Janis Joplin und Creedence Clearwater Revival die endlosen Bänder der Nationalstraßen. Zeitversetzt, entflammte meine Leidenschaft für diese Musikepoche erst Anfang der 80er Jahre. Unbekannt, noch zu erforschend, sagte mir diese Musikrichtung nichts. Noch nicht.

Die Abschlussfahrt in die Bretagne erlebte ich wie so viele andere Schüler in anderen Jahrgangsstufen: das war ein totales Gefühl der Glückseligkeit, wir genossen die Freiheit und die Bretagne, und unsere Klassenlehrerin, die aus der Bretagne kam, hatte die Klassenfahrt perfekt organisiert. Den Mont St. Michel, St. Malo und die Denkmäler der Alliierten Landung in der Normandie habe ich noch heute in lebhafter Erinnerung. Die Abschlussfahrt verband uns zu einer verschworenen Klassengemeinschaft, die wir vorher nicht waren und die uns bis zum Abitur verbinden sollte. Rotwein tranken wir in rauen Mengen, bis zum Umfallen spielten wir Skat, Landschaft, Städte und Orte waren fantatstisch. Was meinen Geschmack auf die Spitze getrieben hatte, war das Essen in Frankreich. Am liebsten hätte ich mir meine Mutter nach Frankreich gewünscht, damit sie auf diese Art und Weise kochen lernen sollte.

Auf der Rückfahrt ruckelten wir erneut über Nationalstraßen. Autobahnen waren in der Normandie und der Picardie eine absolute Mangelerscheinung und ohne Umgehungsstraßen quälte sich der Reisebus durch historische Stadtkerne hindurch, die mit zunehmender Anzahl zurückgelegter Kilometer ihren Reiz verloren.

Unter meinen Klassenkameraden hatte sich ein „Doors“-Fanatiker durchgesetzt, so dass mich ununterbrochen die Stimme von Jim Morrison nervte, dazu die schwerfälligen Synthesizer, die die Stimme unnötig in die Länge zerrten. Zwischen Rouen und Amiens muss das erste Album der Doors gespielt worden sein, denn ich erinnere mich bis heute an „Light my Fire“. Irgendwo vor Amiens begann nebulös eine neue Melodie. Jim Morrisons deutliche, klare Stimme baute sich wie eine Drohgebärde auf. Das Bild der Picardie habe ich bis heute vor Augen: diese Obstgärten, die sich über Hügel hinweg strecken, diese am Reißbrett entworfenen Straßen, die wie mit dem Lineal gezogen waren, oberirdisch verlegte Stromleitungen schwangen sich von Mast zu Mast. Bis auf die größeren Städte war es menschenleer, und die Ortschaften huschten in wenigen Augenblicken vorbei.

Jim Morrison bereitete sich auf das Ende vor:
This is the end, beautiful friend
This is the end, my only friend, the end
Of our elaborate plans, the end
Of everything that stands, the end
No safety or surprise, the end
I'll never look into your eyes
Again
Das Ende, das war womöglich eine Anspielung auf ihn selbst und auf seinen exzessiven Lebensstil.

Später kaufte ich mir das erste Album „The Doors“ aus dem Jahr 1967, und darauf finden sich weitere Hinweise auf eine Endzeitstimmung.

In dem Stück „End of the Night“ heißt es:

Some are born to sweet delight
Some are born to the endless night
End of the night
End of the night

Bewusstseinserweiterungen (die zum Ende hinführen können) sind weitere Elemente, die in dem Stück „Break on through“ zu hören sind:

You know the day destroys the night
night devides the day
tried to run - tried to hide
break on through to the other side

„The End“ war so eine Art Initialzündung gewesen, denn danach hatte ich die Doors rauf und runter gehört, wobei man das erste Album geschlossen durchhören kann – da ist kein einziger Durchhänger bzw. schlechtes Stück dabei. 




Bis heute verbindet mich mit den Doors eine Fülle von Erinnerungen – vor allem die erste Begegnung mit Frankreich.

Zur Information die einzelnen Stücke:
1. Break On Through (To The Other Side): 0:00
2. Soul Kitchen: 2:29
3. The Crystal Ship: 6:04
4. Twentieth-Century Fox: 8:39
5. Alabama Song (Whisky Bar): 11:12
6. Light My Fire: 14:33
7. Back Door Man: 21:41
8. I Looked At You: 25:16
9. End Of The Night: 27:38
10. Take It As It Comes: 30:30
11. The End: 32:47

Kommentare:

  1. Hmmm...mit der Band habe ich mich bisher noch gar nicht so recht beschäftigt.
    (Schande über mein Haupt)
    Werde später mal rüber nach youtube und mir ein paar Songs anhören...

    Viele Grüße,
    Line

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  2. Das weckt Erinnerungen ... ich bin etwa dasselbe "Baujahr". War ne tolle Zeit damals!
    LG Babee

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    1. Hallo Barbara,

      schön, dass du meinen Blog liest. Da du deinen Blog eine gewisse Zeit nicht aktualisiert hast, werde ich dir von Zeit zu Zeit in meinem Blog antworten.

      Gruß Dieter

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  3. ich höre gerade die doors. Meine Güte - ja - waren das Zeiten ... Ich möchte keine Minute missen :-)

    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  4. Moah 1977 *.*
    The Doors habe ich auch schon manchmal gehört. Irgendwie klappert diese Musik. hahaaha Aber das hat was.
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    Danke für deinen kritischen Kommentar. Das PO ist eine Spotsbar und insofern ist doch klar, dass Fussballspiele gezeigt werden. Das Überraschungsmenü ist wohl für Kinder gemacht, und wird vermutl durch diese Figürchen als Überraschung öfter bestellt als ohne. Für Erwachsene gibt es ja vergleichbares, z.B. Trinkgläser von einem Marken-Unternehmer... Ich mag Mc Doof und Würger King beide ganz gerne, obwohl die Qualität mit dem gehobenen Fastfood von PO und anderen Burgerbrätern nicht im Geringsten mithalten kann. Das Schöne bei den beiden großen Systemgastronomen ist für mich, dass sie den Gast in Ruhe lassen und dass viele junge Leute da sind. So ist es meistens gut gechillt. Bei kleinen Cafés kann man sich nicht in Ruhe unterhalten. Das ist wie ein Wohnzimmer, in dem ungünstigerweise fremde Leute sitzen. Da kann ich mich nur wohl fühlen, wenn sonst niemand da ist, wobei es auch gar kein gutes Zeichen ist, wenn die Gäste ausbleiben.
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    Dir einen guten Start ins WE
    Gruss
    Wieczorama (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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