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Dienstag, 3. Juli 2012

Wochenrückblick #26

Kassenpatient
Seitdem unser Sohn seine Ausbildung begonnen hat, ist er nicht mehr bei mir mitversichert (=privat versichert), sondern Kassenpatient bei der IKK. Privat versichert, waren wir ansonsten gewöhnt, dass wir behandelt wurden, dazu eine Rechnung bekamen, diese Rechnung wurde bei der Krankenkasse eingereicht, eventuell haben wir nach der Erstattung mit dem Arzt herum palavert, wieso überhöhte Sätze angesetzt wurden, so dass nicht alles erstattet wurde (was in welcher Höhe abgerechnet werden darf, ist den Ärzten aber bekannt). Als unser Sohn zuletzt beim Zahnarzt war, entfachte er sogleich eine Grundsatzdiskussion: “Der ist nicht mehr privat versichert, sondern Kassenpatient.“ Das hatte seinen Grund, denn ein Zahn war kariös und er brauchte eine Zahnfüllung. Bei mir selbst liegt Karies Jahrzehnte zurück, so dass ich Amalgamfüllungen habe. Entsprechend dem aktuellen zahnmedizinischen Standard, empfahl der Zahnarzt unserem Sohn eine Kunststofffüllung. Bessere Optik und Ästhetik und keine möglichen toxischen Nebenwirkungen durch Quecksilber – dafür musste er aber 50 € zuzahlen. Die Entscheidung war sicherlich schwierig für unseren Sohn – er entschied sich für die Kunststofffüllung. Privat versichert, hätte meine Krankenversicherung beim Rest der Familie diese Kosten übernommen. Die Zwei-Klassen-Gesellschaft im Gesundheitswesen ist also auch bei uns angekommen.

Im Fernsehen
Beim Haushalts-Check mit Yvonne Willicks im WDR-Fernsehen ging es letzten Montag um weggeworfene Lebensmittel und die Möglichkeiten des Einkochens, Einmachens, Einfrierens usw. Mich verblüffte, was bezogen auf einen Durchschnittshaushalt die in Euro weggeworfenen Lebensmittel kosten. Pro Person waren es 230 €. Legt man eine Durchschnittsfamilie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern zugrunde, so kommt man fast auf satte 1.000 € (!!!!) Es wurden Fälle gezeigt, die auf falsches Einkaufsverhalten zurückzuführen waren (Hamstern von Sonderangeboten), aber auch Fälle, dass unverdorbene Lebensmittel weggeworfen wurden. Aus eigener Erfahrung kenne ich solche Fälle, dass man bei Familienfeiern, Grillfesten oder Gästebewirtungen nicht kleinlich sein will, so dass eine realistische Einschätzung schwer fällt, wie viel tatsächlich gegessen und getrunken wird. In der Sendung waren sehr viele praktische Tipps dabei. Z.B. wie ein Kühlschrank effizient befüllt wird, um eine optimale Haltbarkeit zu gewährleisten. In einem Obstbaubetrieb hatte sie sich angesehen, wie kistenweise übereinander bei niedriger Temperatur und möglichst dunkel Äpfel optimal gelagert werden. Eine Kernaussage war, dass eine Kombination aus traditionellen Konservierungsformen (Einmachen) und neuen Konservierungsformen (Einfrieren) hilfreich ist. 65% der weggeworfenen Lebensmittel wurden als vermeidbar eingestuft. Bezogen auf die Durchschnittsfamilie, läge das Einsparungspotenzial beim Haushaltsbudget in einem größeren dreistelligen Bereich.

Sommerzeit = Insektenzeit
Fliegen, Wespen, Motten, Ameisen & Co – wenn wir die Regeln beachten, die Türe zur Küche beim Kochen geschlossen zu halten oder bei offenen Türen und Fenster kein Licht im Haus einzuschalten, dann halten sich die Überfallszenarien von Insekten in unserem Haus in erträglichen Grenzen. Nicht aufgepasst hatte ich in der letzten Woche, als ich ein Stück in unserem Garten vom vollends überwucherten Gras, Unkraut, Hahnenfuss und dergleichen befreit hatte. Bei den hohen Abendtemperaturen trug ich eine kurze Hose, und Schwärme von Mücken tanzten sogleich um meine Beine herum. Getreu dem Motto „Unkraut vergeht nicht“ wirkt ansonsten meine Haut auf Mücken eher abstoßend und sie verschwinden wieder. Diesmal nicht. Diesmal  waren es andere Mücken wie diejenigen, die ihr Unwesen in unserem Schlafzimmer trieben. Klein wie ein Punkt, schwirrten sie aus dem Gras heraus, sie verdichteten sich zu Schwärmen und umkurvten und umkreisten meine Beine und stachen fleißig zu. Am nächsten Tag waren meine Beine übersät von roten Buckeln. Über meine ganzen Beine verteilt, juckte es an so vielen Stellen, dass ich mit dem Kratzen nicht nachkam.

SONY PS Vita
Am 1. März 2012 hatte ich darüber berichtet, dass unser Sohn sich von seiner Ausbildungsvergütung eine SONY PS Vita geleistet hat. Mittlerweile ist die SONY PS Vita defekt. Auf dem Display ist ein Sprung, und nichts geht mehr. Wie es passiert ist, kann unser Sohn nicht richtig lokalisieren. Die SONY PS Vita ist jedenfalls nicht auf den Boden gefallen oder nirgendwo gegen gestoßen, wodurch der Sprung entstanden ist. Daraufhin sind wir beide nach SATURN gefahren, um den Schaden als Gewährleistungsfall zu reklamieren. Die SONY PS Vita hat 300 € gekostet. Eine Gewährleistung wurde abgelehnt, da ein Sprung grundsätzlich als Fremdeinwirkung betrachtet wird. Unser Sohn hätte eine spezielle Versicherung abschließen müssen, die für ca. 50 € solche Fälle abgedeckt hätte. Die Reparaturkosten hat der Mitarbeiter von SATURN auf ca. 180 € eingeschätzt. Er konnte lediglich den weiteren Tipp geben, unter „Reparatur SONY PS Vita“ in Internet zu googeln und ein günstigeres Reparaturangebot zu finden. Anschließend waren wie beide platt, wie schnell man 300 € in den Sand setzen kann.

zu wenig Schlaf
In der letzten Woche war das Wetter in der Köln-Bonner Bucht so grausam, dass es keinerlei Übergang von Kalt zu Warm gegeben hatte. Bis Mittwoch hatten wir noch gefröstelt, und Donnerstag wurde es mit einem Mal so heiß, dass es drückend, schwül und unerträglich wurde. Donnerstag Abend schlug dann der italienische Albtraum Balotelli gnadenlos zu und schickte unsere EM-Mannschaft mit 2:1 nach Hause. Grimmig und voller Zorn, spülte ich bei der abendlichen Hitze all meinen Fußball-Frust mit mehreren Glas Weizenbier herunter und ging gegen 24 Uhr ins Bett. Gegen 3 Uhr wurde ich wieder wach, denn der Wetterbericht hatte diesmal Recht behalten: eine Gewitterfront überquerte das Rheinland. Erst hörte ich dan Regen auf unser Dach klatschen, später hörte ich einen tiefen, grollenden Donner. Nachts hasse ich Gewitter, weil ich bei meinem knappen Schlaf ein bestimmtes Mindestkontingent brauche. Gegen 4 Uhr hörte das Gewitter auf, und ich benötigte mindestens eine halbe Stunde, um wieder einzuschlafen. Um 5 Uhr ging wieder der Wecker, um gemeinsam mit unserem Sohn aufzustehen. Das war entschieden zu wenig Schlaf. Als ich mich gegen 6.30 Uhr mit dem Fahrrad auf den Weg ins Büro machte, bin ich fast eingeschlafen auf dem Fahrrad. Den ganzen Tag habe ich nur noch gegähnt. Wahrscheinlich bin ich auf dem Fahrrad nur noch herum getorkelt und Schlangenlinien gefahren, so dass man meinen könnte, ich wäre besoffen. Der Arbeitstag war hart und ich war an diesem Tag nicht allzu ansprechbar.

Song der Woche
An dem Tag, nachdem mich das nächtliche Gewitter geweckt hatte, kreiste das Wort „Awaken“ als Wachmacher in mir herum. Ich summte die Melodie dieses Stückes von YES vor mich hin. Awaken findet sich auf der LP „Going for the One“ aus dem Jahr 1977 wieder. Wie alle Stücke von YES, ist Awaken von der hohen Stimme von John Anderson geprägt sowie von dem intensiven Gitarren- und Synthesizer-Sound. Der Stück beginnt sehr langsam – quasi aus dem Schlaf – es dauert 15 Minuten und wenn Gitarren und Synthesizer auf Hochtouren laufen, wird eine regelrechte Materialschlacht erzeugt. Das ist Bombast-Rock vom Feinsten !



Kommentare:

  1. Während der Ausbildung hat man wohl keine Wahl und ist in den GKVs pflichtversichert. Erst beim Überschreiten gewisser Einkommensgrenzen kann man dann wechseln. Unsere Tochter (1. Berufsjahr) wollte aber nicht zu den Privaten wechseln. Sie ist freiwillig in der GKV geblieben, weil sie miterlebt hat, was die Privaten mit den alternden Beitragszahlern anstellen,...


    Mit einem Speiseplan würden erst gar nicht so viele unnötige Lebensmittel eingekauft. Als die Frau gefragt wurde, warum sie den Blumenkohl gekauft habe, wusste sie keine Antwort. Wer frische Sachen kauft, muss sie auch zügig bei den Mahlzeiten einplanen, wer das nicht kann sollte TK-Ware, die qualitativ hervorragend ist, kaufen.

    Du wirst es nicht glauben, wir haben unser Navi in der mitgelieferten Schutzhülle in einem Hardcase-Alukoffer in der Flugzeugablage, also als Handgepäck mitgenommen. Beim Mitwagenverleih angekommen, war ebenfalls ein Sprung in der Scheibe und es war nicht mehr bedienbar. Also kauften wir am Urlaubsort ein neues Gerät, bereits am ersten Abend mussten wir auch dieses wieder zurückgeben und ein neues kaufen. So kurzlebig sind die Sachen.


    Liebe Grüße Arti

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  2. ich höre gerade deinen Song der Woche und lese deinen Wochenrückblick.
    Das gehört inzwischen schon richtig dazu ... ohne Wochenrückblick fehlt was.
    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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