wer bin ich ? ich heiße Dieter

Montag, 14. Mai 2012

Werbeplakate


Als ich meinen Blog über Litfaßsäulen geschrieben hatte, hatte ich bereits die Idee, Werbeplakate in einer ähnlichen Zusammenstellung darzustellen. Beide – Litfaßsäulen und Werbeplakate – sind der Außenwerbung zuzuordnen. Werbeplakate finden sich als feste Werbeflächen im Freien oder an Hausfassaden. In meinen Blogs kritisiere ich zwar gerne unsere Konsumgesellschaft – doch die Anwesenheit von Werbeplakaten (weniger deren Inhalte) spricht mich grundsätzlich an. 


… umrahmt von viel Grün wirken die Botschaften …

 
… diese Gestaltung finde ich einfallsreich …

 
 















… ansonsten einfallslose Hausfassaden werden durch Werbeplakate aufgelockert …
 

... mehrere Botschaften werden gleichzeitig dargestellt, so dass die Werbung in der Überfülle von Informationen verloren geht ...


… an sehr frequentierten Stellen wirken Werbeplakate deplaziert …


 
 ... ebenso auf Parkplätzen von Supermärkten oder Baumärkten ...


... ich war erstaunt, dass es sogar Werbung für Plakatwerbung gibt ...


… der Slogan der Piratenpartei birgt ein Stückchen Wahrheit, dass die eigene Informationsbeschaffung besser ist als Plakaten zu vertrauen …

Freitag, 11. Mai 2012

Landtagswahl in NRW

Ist sich der Junge seiner Rolle bewusst ? Weiß er, was er in NRW bewegt – oder auch nicht ? Die Blicke treffen sich nicht. Gespannt schaut er unter seiner roten Kappe Norbert Röttgen an, der wiederum seinen Blick abwendet zum Betrachter hin. „Politik aus den Augen unserer Kinder“, was will er damit vermitteln ? Soll NRW Kind-gerechter gestaltet werden ? Soll Kindern mehr Mitbestimmung gewährt werden ? Das Wechselspiel der Blicke irritiert mich; Norbert Röttgen grinst mich zwar an, aber mein eigener Blick verläuft ins Leere.

Ein wenig streng und zielgerichtet ist demgegenüber Hannelore Krafts Blick. Dabei wirkt ihr Lächeln gekünstelt, ihre Frisur sitzt perfekt. NRW im Herzen, das fügt sich zu einer Gesamtkomposition zusammen aus ihrem Portrait, ihrem Lächeln und dem Schriftzug. Der Rest des Wahlplakats ist langweilig und stereotyp: der blasse Hintergrund, der die matten Farbtöne überwiegen lässt, dieses Zurechtgerückte, dieses Arrangierte für den Augenblick. Und nicht mehr.

In dieser stereotypen Grundstimmung gehen allgemein die Botschaften der Parteien unter. „Vertrauen, Kompetenz, Nachhaltigkeit“, „für ein gerechtes NRW“, „mehr Kindergartenplätze – gut für NRW“, „Schluss mit der Politik auf Pump“, „lieber etwas bewegen als im Stau ersticken“, "jede Kraft braucht einen Antrieb", ja, klar, das ist schön, das wünschen wir uns alle, über alle Parteien hinweg klingt dies aber wie über einen  Kamm gebürstet. Genauso hohl wie Werbebotschaften, die sich nach dem Konsum wieder in ein Nichts verflüchtigen. „Erst kommt der Mensch, dann kommt der Markt“, das ist eine der wenigen Ausnahmen bei den Piraten, doch ihre übrigen Botschaften wimmeln genauso von Stereotypen.

Wahlkampf in NRW, und mit einem Mal gerate ich als Wähler ins Visier der Parteien. Seitdem ich wählen gehe, mache ich bei Bundes-, Landtags-, Kommunal-, Europawahlen dasselbe Spielchen mit, dass sich im Zeitverlauf nicht verändert hat. Möglichst diffuse und nichtssagende Botschaften. Einen möglichst hohlen Oberbegriff wählen, von dem sich alle angesprochen fühlen. Sich nicht festlegen. Bloss nicht konkret werden. Nichts in den Raum stellen, was im nachhinein kontrolliert werden kann. Seitdem ich wähle, habe ich den Eindruck mit einer glitschigen Wabbelmasse von Politikern zu tun zu haben, die selten die Verantwortung übernimmt und wenn es kritisch wird, in eine Sphäre zu entweichen versucht, die frei ist von messbaren Größen, um ihnen etwas nachzuweisen.

Nach welchen Kriterien wähle ich ? Wählen ist bei mir zu einer starren Gewohnheit geworden, denn ich habe immer dieselbe Partei gewählt. Dabei betrachte ich mich als unpolitisch dahingehend, dass die Politik wiederum durch weitere Wechselwirkungen getrieben ist. Und dass ich die ganzen Verfahren des Regierens, der Willensbildungen im Parlament oder der Gesetzgebungsverfahren nicht vollständig im Detail mitverfolge – weil ich mich hier wie sonstwo mit Informationen zugeschmissen fühle. Ich gebe zu, dass ich in Debatten zu Einzelthemen nicht ausreichend Stellung beziehen könnte und ich gebe auch zu, dass es sicherlich gegenläufige Ansichten zu meiner Wahlentscheidung geben wird, die ich an irgendeinem Punkt nicht mehr vollständig widerlegen kann. Erschwerend kommt hinzu, dass die großen Parteien immer stärker zusammenrücken und dass sich die Unterschiede verwischen. Dabei ist Wählen immer noch eine Errungenschaft unserer Demokratie. Und die Menschen sollten wählen – und nicht aus Protest zu Hause bleiben.

Landespolitik – da habe ich schon Probleme bei der Auswahl der Themen, welche landesspezifisch sind und nicht bundesspezifisch. Bildung, innere Sicherheit, das ist mir noch klar, aber welche weiteren Kompetenzen nach welchen Kriterien zwischen Bund und Ländern aufgeteilt sind, das erscheint mir wie ein bürokratisches Monstrum. Oft bekomme ich dies nur punktuell mit, wenn mich gerade etwas persönlich betrifft – wenn etwa den Kommunen Geld fehlt, um Schlaglöcher auf den Straßen auszubessern oder wenn die Studiengebühren an Universitäten abgeschafft worden sind. Das Top-Thema in der Landespolitik – das ist die Verschuldung von NRW. Doch da lehne ich mich mittlerweile gelassen zurück, denn dies ist auf europäischer Ebene dieselbe Diskussion. Frankreich, Spanien, sogar die Niederlande, die alte makroökonomische Diskussion von höherem Wirtschaftswachstum und höherer Verschuldung ist dort wieder aufgelebt. Diese volkswirtschaftlichen Theorien sind nicht ganz so einfach zu durchdringen – meine Schlüsse für NRW werde ich später ziehen.

Selbstbewusst und optimistisch schaut Norbert Röttgen seine Wähler an. Aus ihrem tiefsten inneren, im Herzen NRW, versprüht Hannelore Kraft nicht weniger Optimismus. Nächsten Sonntag ab 18 Uhr wissen wir mehr.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Rurfront

Es gibt historische Daten, die haben sich mir eingeprägt. Das ist der 9. November 1938 und 1989 – Reichskristallnacht und gleichzeitig Mauerfall. Das ist der 6. Juni 1944 – die Landung der Alliierten in der Normandie. Das ist der 3. August 1914 – Beginn des 1. Weltkriegs. Und auch der 8. Mai 1945 – das Ende des 2. Weltkriegs.

Sarah-Maria hat gestern – pünktlich zum 8. Mai – einen interessanten Blog über die letzten Kriegstage in Berlin geschrieben. Ich hatte ihr geantwortet, dass bei uns im Rheinland der Krieg früher zu Ende gegangen ist. Aber es wurde nicht weniger heftig und bitter gekämpft. Bei uns im Rheinland waren die Kriegsereignisse bestimmt nicht weniger dramatisch wie in Berlin.

Nach der Alliierten Landung in der Normandie drangen die Alliierten immer tiefer landeinwärts ein und eroberten große Teile Frankreichs, Belgien und der südlichen Niederlande zurück. Ohne größeren Widerstand wurde am 7. September 1944 Lüttich zurückerobert, am 15. September 1944 war es Maastricht. Als die Alliierten Aachen erreichten, leisteten die deutschen Truppen den erwarteten heftigen Widerstand. Um diesen zu brechen, benötigten die Alliierten sechs Wochen. Am 21. Oktober 1944 kapitulierte die alte Reichsstadt und Kaiserstadt Aachen. Parallel dazu drangen die Alliierten nördlich und südlich von Aachen weiter nach Deutschland ein – ungefähr bis zur Rur.

Daraufhin spielte sich in der Nordeifel ein Kriegsverlauf ab, mit dem nicht zu rechnen war. Von Aachen aus wollten die Alliierten über die Mittelgebirgslandschaft der Eifel über Düren nach Köln vordringen. In diesem schwer zugänglichen bewaldeten Gelände verschätzten sich die Alliierten. Trotz hoher Überlegenheit erzielten sie massive Verluste, weil Panzer in diesem unwegsamen Gelände nicht klar kamen. Die deutschen Truppen nutzten die Gunst der Stunde und starteten eine Gegenoffensive in die belgischen Ardennen hinein, die eigentlich von vornherein wegen fehlender Soldaten und fehlender Panzer zum Scheitern verurteilt war. Der Vormarsch bis zur Rur kam hierdurch zum Erliegen, weil die Truppen für die Gefechte in den Ardennen konzentriert werden mussten.

So wahnwitzig die Ardennen-Offensive war, so schnell geriet sie wieder ins Stocken. Stück für Stück wurden die deutschen Truppen wieder zurück geschlagen. Mit dem Zurückweichen flammten die Kämpfe an der Rur wieder auf. So wie in der Nordeifel, leisteten die deutschen Truppen heftigen Widerstand. Gegenüber der Anzahl der Angreifer hoffnungslos unterlegen, die Lufthoheit war aufgegeben, erschien es unerklärlich, wie solche ausgezehrten Soldaten der Übermacht des Feindes so lange stand halten konnten. Darunter war das letzte Aufgebot - etliche Jugendliche und über 60-jährige. Über insgesamt sieben Monate stagnierte die Front an der Rur, ohne dass die Alliierten Truppen weiter vordringen konnten – ungefähr so lange dauerte auch der Stellungskrieg in der Hölle von Verdun im 1. Weltkrieg.

Die Alliierten reagierten so, wie sie es in Dresden oder Hamburg gezeigt hatten: mit Bombardierungen in schlimmstem Ausmass. Unter dem Deckmantel „Operation Queen“ hatten die Alliierten bereits am 18. Oktober 1944 in Brüssel beschlossen, zur Unterstützung des Vormarschs Städte im Rheinland zu bombardieren. Nachdem die Operation wegen schlechter Witterung mehrfach verschoben werden musste, war es am 16. November 1944 so weit: die Städte Heinsberg, Jülich und Düren sollten dem Erdboden gleich gemacht werden.

Zeitgleich begann am Nachmittag die Bombardierung dieser Städte. Mit 1.122 Flugzeugen und 5.736 Tonnen Bomben kreiste die Royal Air Force über diese Städte. Die Bombardierung begann gegen 15 Uhr und endete nach 20-30 Minuten. Nach der Bombardierung war Jülich zu 97% zerstört und Düren zu 100%. In Düren waren danach ganz vier Häuser noch bewohnbar. 3.126 Menschen starben in Düren. Hemingway, der damals Kriegsberichterstatter war, nannte Düren „eine zu Staub zermahlene Stadt“.

Um keinen Meter Boden preiszugeben, reagierten die deutschen Truppen auf ihre Art. Sie sprengten am 4. Februar 1944 die Rurtalsperre. Danach überschwemmte die Rur ihren Flussverlauf von Düren bis nach Roermond in den Niederlanden. Durch dieses unwegsamen Gelände mussten die Alliierten mehrere Wochen warten, bis Pontons und Brücken zum Einsatz kommen konnten. Selbst nachdem die Rur überschritten worden war, kam es in den vollständig zerstörten Städten Jülich, Düren und Linnich zu heftigen Kämpfen. Erst Anfang März war der deutsche Widerstand gebrochen worden, und die Alliierten Truppen rückten weiter auf Köln, Düsseldorf und das Ruhrgebiet vor. Zuvor waren sie in vier Monaten 600 km von der Normandie aus bis nach Aachen vorgedrungen. Um sich die 30 km von Aachen nach Düren durchzusetzen, dazu brauchten die Alliierten sieben Monate.

Die Zahl derjenigen Soldaten, die in diesem Stellungskrieg gefallen sind, wird heute auf ca. 44.000 geschätzt (davon Alliierte ca. 32.000 und Deutsche ca. 12.000). Die Toten in der Zivilbevölkerung habe ich nicht recherchieren können.

An die Kämpfe im Herbst 1944 in der Nordeifel erinnert heute ein Museum in Hürtgenwald. Hürtgenwald, das ist bis heute ein Symbol des Schreckens für die Alliierten wurde.

neue Leser

 
Ich freue mich sehr, fünf neue Leser begrüßen zu dürfen, und zwar:
  • Franka
  • Odile
  • Mimi Tulipanova
  • Zaunwinde
  • Nachtfalke NRW
Ich freue mich, dass ihr hier seid !

Dienstag, 8. Mai 2012

Stoffmarkt in Maastricht / Niederlande

Graues Kreidegestein wie aus einem Guss, grau wie die Innenstadt, aber nicht düster oder beklemmend, sondern hell und nachdrücklich. Eine verspielte Doppeltreppe, die am Eingang zusammenlief. Glanz, Größe und Selbstbewusstsein des 17. Jahrhunderts. Auf der linken Seite der Gebäudefront die in Stein gemeißelte Figur von Minerva, die Schutzpatronin der Handwerker. Rechterhand die Figur von Mars, dem römischen Kriegsgott. Über dem Rathaus schwieg das Glockenspiel, dessen Errichtungsdatum aus dem 18. Jahrhundert nicht viel weniger alt war.

Das Rathaus von Maastricht: dieses Monument der weltlichen Baukunst dokumentierte, wie großzügig der Marktplatz war. Das Rathaus und die erstaunliche Weite dieses Platzes – so etwas kannte ich in deutschen Städten nicht. Die Gebäude um den Marktplatz fügten sich zusammen: unterbrochen von keinem einzigen Neubau, rückten sich die Proportionen zurecht, einheitlich und zweigeschossig wuchs Haus neben Haus in die Höhe, ein feinfühliges Muster aus Steinquadern – alternierend in weiß, grau und backsteinrot. Aus hohen Dächern schauten Dachgauben heraus. Welch ein Rahmen für einen Stoffmarkt ! Es war nur schade, dass es den ganzen Tag regnete, ununterbrochen.

Unsere Einkäufe schafften wir schneller als erwartet. Einkaufstaschen sollten genäht werden. Aus Resten von alten Hosen hatte meine Frau bereits den Stoff organisiert. Was fehlte, waren Reissverschlüsse und Band, das senkrecht über die Tasche genäht werden sollte und in den Griff überging. Nur ein, zwei, drei Stände mit Kurzwaren fanden sich auf dem Stoffmarkt. In strömendem Regen konnten wir ungestört herum stöbern. Eine Mittdreißigerin mit kugelrundem Gesicht und braunem Haar, das knapp die Ohren bedeckte, führte uns durch das Angebot an Reissverschlüssen. 20 cm, 40 cm, 60 cm, 80 cm Länge, zu Bündeln zusammengepackt, breitete sie ein wildes Farbspektrum vor uns aus. Fünf Reissverschlüsse und Band, sechs Meter lang und zwei Zentimeter breit, das war unsere Ausbeute. Und das war genau das, was meine Frau gesucht hatte.

Verglichen mit Venlo, wo wir Anfang März waren, war die Anzahl der Stände in Maastricht weniger. Das Angebot war immer noch reichlich:  Stoffe, Leinen, Wolle, Garn, Kissen, Gardinen, Tischdecken, Schnittmuster, Klöppeleien, Applikationen, Kurzwaren, Knöpfe, Aufnäher, Reißverschlüsse und vieles mehr. Und die Geschlossenheit und Schönheit eines solchen Marktplatzes, das hatte Venlo nicht zu bieten.

Einen Überblick bekommen. Hatten wir an dem einen Stand bereits alles eingekauft ? Um die Mittagszeit machte sich ein Hungergefühl breit, und ohne Kinder, die wir zu Hause gelassen hatten, wählten wir den Restaurant-Bereich, der zu einer Imbissbude - Friture Reitz - gehörte. Für einen Imbiss wirkte der Innenraum durchaus pompös: ein schwerer Kronleuchter prangerte an der Decke, Ziegelsteine waren um Spiegel herum gemauert, Fotos in schwarz-weiß und in dicken Holzrahmen erinnerten an das alte Maastricht. Nur die Sitzreihe, die sich über die komplette Länge der Wand erstreckte, war aus Leder und in einem einfallslosen Braun.

Wir waren verblüfft, dass sich der Besuch des Stoffmarktes trotz der weiten Anfahrt rechnete. Reissverschüsse kosteten zu Hause das dreifache, das Band das vierfache. Hier in Maastricht hatten wir genau 20 € bezahlt, zu Hause wären es 61 € gewesen - die Spritkosten hatten sich mit dieser Differenz amortisiert.

Wir aßen das niederländische Nationalgericht: Frikandel. Die Fleischmasse war ungefähr dieselbe Rezeptur wie die deutschen Frikadellen: aber in Wurstform, als Wurst gebraten, in der Wurstmasse weitere Gewürze wie Curry oder Cayenne-Pfeffer. Als Frikandel Spezial war sie aufgeschnitten und mit Mayonnaise, Curry-Soße und Zwiebeln gefüllt. Das war lecker: zusammen mit den Fritten, aus denen man die frischen Kartoffeln heraus schmecken konnte.

Als wir das Imbiss-Restaurant verließen, waren die Menschen draußen trotz des Dauerregens zahlreicher geworden. Es war verkaufsoffener Sonntag, und wir bummelten eine zeitlang durch Modeläden, deren Auswahl größer war als in Venlo.

Es war erstaunlich, welches historisch gepflegte Stadtbild uns bis zum Parkhaus begleitete. Ein Blick auf die Servatiusbrücke über die Maas, von der sieben Brückenpfeiler aus dem 7. Jahrhundert noch erhalten waren. Die Stokstraat war einst der Gefängnisbezirk. Heute finden sich dort Edelboutiquen und Juweiliergeschäfte. Die Rückseite der Onze-Lieve-Vrouwe-Kerk öffnete sich mit ihrem romanischen Chor.

Wir mussten wieder zurück nach Hause. Unser Sohn und unser krankes kleines Mädchen warteten auf uns.

Montag, 7. Mai 2012

Wochenrückblick #18

Fatih Cevikkollu
Da wir bei Live-Auftritten bereits Kabarettisten wie Ralf Schmitz, Rüdiger Hoffmann, Konrad Beikircher, Jürgen Becker und Guido Kantz erlebt hatten, hatten wir in Fernsehsendungen unser Augenmerk auf Kabarettisten gerichtet, die weniger bekannt sind, die aber dennoch ein vielseitiges Programm zu bieten haben. In der Sendung „Mitternachtsspitzen“ von Jürgen Becker war es zuletzt so weit: Fatih Cevikkollu trat auf, von dem wir noch nie etwas gehört hatten, und er überzeugte uns mit seinen Witzen und seinem Einfallsreichtum. Wie der Zufall es wollte, trat er letzten Freitag im Bonner Pantheon-Theater auf. 2006-2007 war Fatih Cevikkollu als Kioskbesitzer Murat bei „Alles Atze“ (Atze Schröder) regelmäßig zu sehen. Seitdem hat er seine eigene Kabarett-Show. Er präsentiert seine Witze ein wenig wie Dieter Nuhr, indem er sehr leise und ruhig spricht und dass die Pointe in dieser ruhigen Situation ausgekostet wird. Zudem verwendet er viel Mimik und Gesten. Themen seines Kabaretts waren die Politik (vor allem die FDP bekam einiges ab), Anglizismen in unserer Sprache, der Sprachstil in Facebook, Fernsehsendungen wir GNTM, Handwerker, … Schön war in dem kleinen Theater-Saal des Pantheons, dass er mit dem Publikum redete und dass er die Antworten, die aus dem Publikum kamen, in seine Show einbaute. Fatih Cevikkollu kann ich wärmstens weiterempfehlen !

  
Fünfter Abstieg des 1. FC Köln
Das Thema Fußball lasse ich normalerweise aus meinem Blog heraus, weil dort die Ergebnisse im Vordergrund stehen und weil daraus nicht die Menge an werthaltigen Beiträgen generiert werden können. Dabei kann ich nicht verleugnen, dass seit meinen Schüler-Zeiten mein Herz am FC hängt und dass von Wochenende zu Wochenende – wenn die Bundesliga-Saison läuft – meine emotionale Grundstimmung mit den Ergebnissen des 1. FC Köln steht oder fällt. Der FC hat mir sogar den Anstoß einer meiner allerersten Blogs gegeben. Nachdem am letzten Samstag der Abstieg in die zweite Liga feststeht, muss ich aus einem emotionalen Loch heraus, wobei ich überzeugt bin, dass mir dies gelingen wird. Es ist natürlich schlimm, was der FC seinen Fans zugemutet hat. Beim FC und seinen Verantwortlichen habe ich den Eindruck, dass der rheinische Frohsinn und all die Leichtigkeit sich überdreht hat, da niemand einen Mittelweg zwischen den Extremen gefunden hat – Frohsinn und Depression. Solche emotionalen Achterbahn-Fahrten – entweder tief depressiv oder enthusiastischer Jubel – wie dies der FC in der Vergangenheit gezeigt hat und in Zukunft bestimmt weiter zeigen wird, das macht jeden Menschen krank.

Wahlgeschenke
Bei uns in NRW ist nächsten Sonntag Landtagswahl und an diversen Örtlichkeiten schlagen die etablierten Parteien ihre Stände auf und verteilen Wahlpräsente. Vor unserem Supermarkt standen letzten Samstag die CDU und die SPD. Beim Stand der CDU erkannte ich den Kreistagsabgeordneten der CDU wieder, dessen vollbärtiges Gesicht hierzulande auf einer Vielzahl von Wahlplakaten zu sehen ist. Ich bekam Kugelschreiber, Notizblock, Gummibärchen und einen EM-Planer (Fußball-Europameisterschaft) ausgehändigt. Auf der anderen Seite des Supermarkt-Eingangs glänzte die SPD mit einem Wahlpräsent, das ich eigentlich den Grünen zugeordnet hätte: zwei Setzlinge Salat zum Einpflanzen im Garten. Zu Hause waren wir so begeistert von den Wahlpräsenten, dass meine Frau anschließend ihre nächsten Einkäufe im Supermarkt erledigte und mit Salat, Kugelschreiber, Notizblock, Gummibärchen und EM-Planer zurückkam. Die Idee mit dem Salat war wirklich prima !

Meet-In mit Daniela Katzenberger
Im Autoradio hatte ich gehört, dass Daniela Katzenberger wegen ihrer breiten Medienpräsenz während der gesamten Wintersaison nicht mehr in ihrem Café auf Mallorca anwesend war. Ihr Café ist aber sehr beliebt und ihre Fans wünschen sich, Daniela Katzenberger in ihrem Café kennen zu lernen. Daher fand letzten Samstag ein exklusives Meet & Greet im Café Katzenberger statt. Von 18-20 Uhr zeigte sich Daniela Katzenberger ihren Gästen. Für den Einlass benötigte man eine Eintristtskarte, die pro Person 99 € (!!!!) kostete. Ob es für diesen Preis ein Riesen-Büffet gab oder ein Abendessen mit mindestens 4 oder 5 Gängen, dazu wurde nichts gesagt.

Unser kleines Mädchen ist krank
Das Fieber begann bereits am 1. Mai, so dass der Besuch des Stoffmarkts in Kerkrade ausfiel. In den Folgetagen dümpelte das Fieber zwischen 37 und 38 Grad, mal war sie gewohnt lebhaft, mal lag sie auf unserer Couch im Wohnzimmer, sie aß kaum etwas, Schulbesuch war nicht drin. Letzten Donnerstag war sie zum Kindergeburtstag im Indoor-Spielpark eingeladen und meine Frau wagte es, ihr den Kindergeburtstag zu gönnen. Aber nur für kurze Zeit, denn etwa eine Stunde später musste sie sie wieder abholen, ihr sei schlecht zumute. Als ich schließlich vom Büro nach Hause kam, durfte ich direkt Live erleben, wie schlecht ihr war. Gerade hatte sie ein paar Bissen von den Nudeln mit Gehacktessoße gegessen, da musste sie sich übergeben. Mitten auf unseren Parkettboden. Abwischen, saubermachen, unser Mädchen hatten wir wieder auf die Couch gelegt. Gestern Nachmittag war das Fieber weg und sie machte einen relativ fitten Eindruck. Vielleicht schafft sie es Morgen wieder, in die Schule zu gehen.

Im Garten
In meinem Blog in der vorletzten Woche hatte ich geschrieben, dass wir in ca. 2-3 Wochen unseren ersten Kopfsalat aus unserem Garten essen können. Tatsächlich war es schon letzten Samstag so weit. Da erfahrungsgemäß zeitgleich irgendwann alles Gemüse und aller Salat reif ist, haben wir letzten Samstag einen ersten Salat mit einem schönen Salatkopf gegessen. 

Freitag, 4. Mai 2012

Maibäume (2)

Nelja und Arti hatten Recht, dass dieses Jahr ein Schaltjahr ist und dass in diesem Jahr die Frauen den Männern einen Maibaum setzen konnten, durften, mussten – je nachdem, wie man es so sieht. Nach dieser Stichprobe, was ich euch in diesem Blog zeige, ergibt sich ein Verhältnis von ca. 80% Männer und 20% Frauen. Bei einigen Maibäumen steckt sehr viel Arbeit dahinter. Man könnte diese Arbeiten schon beinahe als Kunstwerk beschreiben ….